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Das Rätsel der Arche Noah

Seit Jahrzehnten sind Forscher auf der Suche nach den Überresten der Arche Noah. Doch: Kann es dieses gigantische Schiff überhaupt gegeben haben? Und wenn ja: Könnte man heute noch Überreste finden? Wissen-Kompakt begibt sich auf Spurensuche!

Auszug aus dem Buch Genesis:
[…] Da sprach Gott zu Noach: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttaten. Nun will ich sie zugleich mit der Erde verderben. Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus und dichte sie innen und außen mit Pech ab. So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein. Mach der Arche ein Dach und hebe es genau um eine Elle nach oben an! […] Von allem, was lebt, von allen Wesen aus Fleisch, führe je zwei in die Arche damit sie mit dir am Leben bleiben; je ein Männchen und ein Weibchen sollen es sein. […]
Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde. Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche aber trieb auf dem Wasser dahin. […]
Da dachte Gott an Noach und an alle Tiere und an alles Vieh, das bei ihm in der Arche war. Gott ließ einen Wind über die Erde wehen und das Wasser sank. […] So nahm das Wasser nach hundertfünfzig Tagen ab. Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge Ararat auf.











In einem Punkt sind sich Bibel und Wissenschaft einig: Es hat vor tausenden Jahren eine Sintflut gegeben, die Frage ist nur, in welchem Ausmaß und wo sie stattgefunden hat. Der Wiener Geologe Alexander Tollmann will sogar das exakte Datum und die Uhrzeit berechnet haben: 23. 9. 7552 v. Chr 3:00 Uhr MEZ. Ausgelöst wurde die Flut von einem Kometen, der in mehrere Teile zerbrach und Erdbeben, Flutwellen und Orkane bewirkt haben soll. Anderer Meinung ist der US-Geophysiker William Ryan. Er stellte die These auf, dass durch ein Erdbeben gewaltige Mengen an salzigem Meerwasser in das damals noch kleine und mit Süßwasser gefüllte Schwarze Meer geflossen sein soll und so weite Landstriche überschwemmt wurden.
Wenn es eine Flut gab, hätte man dann überhaupt eine so große Arche bauen könne, dass alle Tiere hineingepasst hätten? In der Bibel stehen genau Bauanweisungen die Gott Noah gegeben haben soll. Demnach war das Schiff etwa 22,5 Meter breit, 135 Meter lang und 13 Meter hoch. Interessant dabei ist, dass das Verhältnis Breite : Länge genau 1:6 entspricht. Genau das Maß, das noch heute für moderne Schiffe verwendet wird da ein Maximum an Fassungsvermögen und Betriebssicherheit garantiert wird. Die Gesamtfläche aller drei Decks hätte etwa 9000m² betragen.
Hält man sich an die Vorgaben der Bibel (nur „lungenatmende“ und kreatürliche Grundtypen), hätte Noah in etwa 21100 Tierarten mitnehmen müssen. Da vor allem Vögel (etwa 8600 Arten) und Reptilien (8800 Arten) und weniger große Säugetiere (3700 Arten) mitgenommen wurden, hätte man an Bord genug Platz gehabt. Eine ganz andere Frage ist, wie Noah alle Tiere der Erde einsammeln konnte. Er hätte nicht nur alle Arten auftreiben und aufwendig dokumentieren müssen, auch der Weg zur Arche wäre für manche Tiere wohl doch zu lange gewesen.
Die wohl entscheidende Frage ist aber immer noch: Wie schaffte es Noah, ein so großes Schiff zu bauen? Der Niederländer Johan Huibers machte die Probe aufs Exempel und baute einer Arche im Maßstab 1:2 nach. Das Ergebnis: Das Schiff kostete insgesamt über 800.000$, auch der Materialverbrauch war mit 1200 Bäumen extrem hoch. Noah musste also eine Reihe von Handwerkern beschäftigt haben und noch dazu unglaublich reich gewesen sein um solch ein Werk zu vollbringen. Interessant ist dabei, dass die Bibel in keinem Wort erwähnt wie Noah den Bau bewerkstelligt haben soll – weder von anderen Hilfskräften noch von Material ist die Rede. Man geht heute davon aus das, wie in der Bibel beschrieben, Holz des Zypressenbaumes verwendet wurde und mit Pech oder ähnlichem Material bestrichen wurde um möglichst wasserabweisend zu sein.

Ark-Searching ist mittlerweile ein regelrechter Sport geworden. Seit der Mönch Jakob im 4. Jhd. am Berg Ararat nach der Arche gesucht hat und Gott ihm ein Stück des Schiffes geschenkt haben soll, sind viele Gläubige auf den Berg gestiegen. Fakt ist aber, dass bis jetzt weder eindeutig zuordenbare Holzteile geschweige den ein ganzes Schiff gefunden wurde. Bilder sollen zwar Umrisse von im Schnee vergrabenen Schiffen zeigen, trotzdem ist es noch keinem professionellen Forscherteam gelungen, Licht ins Dunkel zu bringen. Zudem hat die türkische Regierung seit kurzem untersagt, den Berg für „Ark-Searching“ zu besteigen. Für Bergsteiger kann eine Genehmigung eingeholt werden, allerdings darf der Berg nur mit Begleitung eines türkischen Beauftragten bestiegen werden. Begründet wird diese Vorgehensweise mit „Aktivitäten aufständischer Kurden“.

Mehrere Filme wurden über ein angebliches Auffinden der Arche gedreht um dann gutgläubigen Menschen als Sensation verkauft zu werden. Würde man wirkliche Teile der Arche am Berg Ararat finden, wäre das tatsächlich eine Sensation. Trotzdem soll und kann uns die Arche Noah an eines erinnern: Die Natur hört nicht auf den Menschen, der Mensch sollte auf die Natur hören. Durch den Klimawandel könnte uns eine zweite Sintflut drohen - ob wir dann fähig wären, eine Arche zu bauen?