Johann Wolfgang von Goethe - Faust
Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1794 in Frankfurt am Main als Sohn von Johann Kasper Goethe und Katharina Elisabeth Goethe geboren. Von seinen Geschwistern überlebten nur Cornelia Goethe, mit der er sich Zeit seines Lebens verbunden fühlte.
Er begann auf Wunsch seines Vaters Rechtswissenschaften in Leipzig zu studieren, was er aber bald aufgrund einer Erkrankung abbrechen musste. Einige Jahre später setzte er sein Studium in Straßburg fort und promovierte dort zum „Lizenziaten der Rechte“ (Im Mittelalter ein Universitätsgrad mit Lehrbefugnis, Anm.). In seiner Studiumszeit widmete er sich auch den Werken von Johann Gottfried Herder, Heinrich Leopold Wagner und Jakob Michael Reinhold Lenz. Als Jurist nahm er auch an einem Prozess gegen eine Kindsmörderin teil, was möglicherweise in Verbindung mit Gretchen in seinem späteren Werk „Faust“ gebracht werden kann.
Nachdem er in Frankfurt als Jurist und in Weimar als Hofschriftsteller von Herzog Karl August tätig war, unternahm er eine zweijährige Italien-Reise was später als eine Flucht aus den Verpflichtungen in Weimar interpretiert wurde. Er kehrte trotzdem nach Weimar zurück und veröffentlichte dort 1808 den ersten Teil des „Faust“ an dem er fast sein ganzes Leben gearbeitet hatte.

Die Geschichte beginnt mit dem Vorspiel auf dem Theater. Drei Personen, darunter der Direktor, ein Dichter und eine Lustige Person vertreten unterschiedliche Ansichten zu Theaterstücken. Während es dem Direktor in erster Linie auf die Publikumswirksamkeit ankommt, vertritt der Dichter die Meinung, dass die Qualität des Stückes zählt. Die Auseinandersetzung endet mit der Aufforderung des Direktors, nun anzufangen („Lasst mich auch endlich Taten sehen!“).
Im Prolog im Himmel versammeln sich die drei Erzengel Raphael, Gabriel und Michael um den Herrn und den Teufel. Mephistopheles (der Teufel, Anm.) klagt über die Menschen und deren Taten auf der Erde. Der Herr meint, dass die Menschheit sich auch in undurchschaubaren Situationen für das Richtige entscheiden würde. Mephisto hält dagegen und wettet, dass er Doktor Faust, einen Gelehrten verführen würde können.
Währenddessen klagt Faust in seinem Studierzimmer über sein Leben, und das ihm auch Studien und Titel aller Art („[…] Und bin so klug, als wie zuvor […]“) nicht das wahre Glück gebracht haben. Mephisto erscheint ihm als schwarzer Pudel und gibt sich in Faust’s Haus als Teufel zu erkennen. Faust steht dem Teufel skeptisch gegenüber; es kommt zu einer längeren Diskussion ehe Faust einwilligt, dem Teufel nach seinem Tod zu dienen, wenn es Mephisto schafft, ihn in diesem Leben zu seinem Glück zu führen.
Mephisto beginnt so gleich seinen Plan in die Tat umzusetzen und fliegt mit Faust zu Auerbachs Keller in Leipzig, wo getrunken, gegessen und gelacht wird. Faust weiß, dass dies nicht das Ziel seines jahrelangen Streben sein kann, worauf ihn Mephisto ihn in eine Hexenküche bringt und einen Trank zubereitet lässt, der ihn um etliche Jahre verjüngen soll.
Auf der Straße trifft Faust ein junges Mädchen, in das er sich sofort verliebt. Er befiehlt Mephisto ein Treffen zu arrangieren und ein Geschenk zu besorgen. Der Teufel gehorcht und geht zu Marthe und Gretchen um ihnen mitzuteilen, dass Faust heute Abend im Garten von Gretchen warten würde.
Es kommt zu einer Begegnung, Faust und Gretchen schlendern Arm in Arm den Garten entlang und machen sich sogleich ein zweites Treffen in Gretchens Stube aus. Gretchen wird schwanger und von Gewissensbisse geplagt. Sie beschließt, Faust nichts von der Schwangerschaft zu erzählen.
Als Faust vor Gretchens Haus wartet, wird er von Gretchens Bruder Valentin überrascht, der Mephisto und Faust lauthals beschimpft. Es kommt zum Duell zwischen Faust und Valentin, wobei Faust Valentin tötet.
Faust flieht daraufhin aus der Stadt, Mephisto leitet ihn auf den Blocksberg, wo gerade die Walpurgisnacht gefeiert wird. Inmitten des Trubels glaubt Faust Gretchen zu erkennen und bekommt ein schlechtes Gewissen. Er fasst den Plan, Gretchen, die mittlerweile wegen Kindesmordes im Gefängnis sitzt zu befreien.
Faust gelingt es tatsächlich zur Zelle von Gretchen vorzudringen und versucht das völlig verstörte Gretchen zu beruhigen. Gretchen als gläubiger Mensch erkennt, dass sie ihr eine gerechte Strafe zusteht und lässt sich nicht überreden, mit Faust zu kommen. Sie wendet sich flehend gegen den Himmel und wird am Ende doch noch erlöst.
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