Gehe zu:
Wissen >> Deutsch >> Name der Rose

Umberto Eco - Der Name der Rose

Umberto Eco wurde am 5. Jänner 1932 in Alexandria im italienischen Piemont geboren. 1954 promovierte der vielseitig begabte Mann und begründete 3 italienische Zeitschriften. Zusätzlich arbeitete seit 1961 an zahlreichen Magazinen tatkräftig mit. Zudem lehrte er an einigen italienischen und amerikanischen Universitäten, zum Beispiel an den UNIs Bologna und Chicago. International bekannt wurde Eco durch seinen Roman „Der Name der Rose“, der 1980 in italienischer Sprache erschien und in dem er 1981 die Auszeichnung „Premio Strega“ erhielt.

1963 gründete er gemeinsam mit anderen Schriftstellern die/das „gruppo 63“, was zu Deutsch „Gruppe 63“ bedeutet. Diese Vereinigung ist eine eher links ausgerichtete Organisation, in der sich Eco zuerst als Theoretiker seinen Namen gemacht hat und später sein theoretisches Wissen in die Schriftsteller-Praxis umsetzte. Auswahl seiner bekanntesten Werke

  • 1990: Platon im Striptease-Lokal
  • 1994: Die Insel des vorigen Tages
  • 2000: Baudolino
  • 2004: Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana

    Inhaltsangabe

    Der Roman „Der Name der Rose“ (ital. „Il nome della rosa“) spielt im hohen Mittelalter. Adson, ein Benediktinermönch des Melker Klosters schreibt, Ende des 14. Jahrhundert auf, was er als junger Novize auf einer Italien-Reise in einer oberitalienischen Benediktinerabtei erlebt hat. Der Protagonist beschreibt sehr detailliert, welche Ereignisse ihm mit seinem Inquisitor William von Baskerville widerfahren sind.

    Der Franziskanermönch William wird in ein italienisches Kloster berufen, um dort ein Treffen zwischen Anhängern des Minioriten-Ordens und Abgesandten des Papstes zu organisieren. Doch es kam ganz anders, er wurde dafür eingesetzt, einen rätselhaften Todesfall aufzuklären:
    Ein Mönch wurde Tod am Fuße des Kloster gefunden. William erkennt sehr schnell, dass es sich dabei nur um Selbstmord gehandelt haben kann. Doch es sollte nicht der letzte Todesfall in den sieben Tagen bleiben. Am nächsten Tag wird ein Mönch tot, in einem Fass voll mit Blut gefunden. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Klosterbruder schwarze Flecken an den Fingerspitzen und auf der Zunge aufweist. William und Adson begeben sich auf Spurensuche und dringen auch in die Bibliothek ein, deren Zugang eigentlich nur ausgewählten Mönchen gestattet ist. Dabei erwischen sie einen Ordensbruder, der mit einem Buch unter dem Arm aus der Bibliothek entwischt.
    Einen Tag drauf wird der entsprechende Mönch tot in einer Badewanne gefunden. Auch bei ihm findet Adson schwärzliche Finger und eine Schwarz eingefärbte Zunge. William erkundigt sich daraufhin bei einem Kräuterkundler über die seltsame schwarze Substanz. Er erzählt ihm, dass ihm vor Jahren ein Fläschchen mit giftigen Kräutern entwendet wurde. Der Kräuterkundler wird am nächsten Tag durch gewaltsame Einwirkungen am Kopf getötet. William verstärkt dabei seine Nachforschungen und ertappt einen Mönch in der Nacht, wie er versucht, ein Zigeunermädchen mit einem Zauber gefügig zu machen. Auch der Abt scheint geahnt zu haben, dass der Mönch Teufelsanbetungen praktiziert. Er lässt ihn in einen Kerker sperren und verhören. Auch das Mädchen wird gefangen genommen und soll am in der folgenden Nacht als Häretiker verbrannt werden. Adson verliebt sich in das Mädchen, findet aber vorerst keine Möglichkeit, sie zu befreien. Am nächsten Tag wird Laiche Nr. 4 gefunden: Der Bruder war beim Morgengebet plötzlich zusammengebrochen. Auch bei ihm wird die rätselhafte schwarze Farbe gefunden. William merkt, dass seine Ermittlungen bisher wenig erfolgreich verlaufen sind und beschließt daher, noch einmal in die Bibliothek einzudringen. Dabei findet er einen Geheimraum. In dem Raum befindet sich der Mönch Jorge von Burgos, der das Buch „Über das Komische“ in den Händen hält. Es stellt sich heraus, dass er die gestohlene Substanz benutzt hatte, um die Seiten des Buches einzureiben. Wenn die Mönche dann die Finger befeuchtete, um die Seiten besser umblättern zu können, vergifteten sie sich dabei. Das Motiv von Jorge war, dass er verhindern wollte, dass sich das, in dem Buch beschriebenes, Wissen über das Lachen ausbreitet. Nachdem Jorge von William als Mörder entlarv wurde, wirft dieser eine Kerze um, und steckt so, die aus Holz gefertigte Bibliothek in Brand.

    [LESEAUSZUG]
    Wir hätten Jorge in aller Ruhe ergreifen können doch wir stürzten uns voller Wut auf ihn. Er wand sich heftig und drückte das Buch fest an seine Brust. Ich packte ihn mit der Rechten und hielt mit der Linken die Lampe hoch, doch die Flamme streifte sein Gesicht, er spürte die Hitze, stieß einen dumpfen Laut aus, schnellte blitzartig mit der Rechten vor, entriss mir die Lampe und schleudert sie zu Boden. Sie fiel genau in einen Haufen von Büchern, der sofort lichterloh in Flammen aufging. […] „Schnell, lösch das Feuer, hier ist alles brennbar“, schrie William.
    Ich stürzte mich auf die brennenden Bücher, hielt aber davor inne, weil ich nicht wusste, was ich tun sollte. […]

    William begriff, dass wir die Flammen mit bloßen Händen nicht würden löschen können. Er befahl mir, Hilfe zu holen, während er versuchen würde, die Bücher zu retten. […]

    Ich lief zu der Kirche, ergriff alle Glockenseile auf einmal und läutete Sturm. Als ich wieder ins freie lief, sah ich schon einige Mönche aus dem Dormitorium kommen, während hinten ihm Hof die Stimme der Knechte erklang. […]

    „Wasser!“, schrie ich. „Holt Wasser herbei!“ Keiner verstand zunächst, was ich meinte. Die Mönche waren so sehr gewohnt, die Bibliothek als einen heiligen und unzugänglichen Ort zu betrachten, dass ihnen der Gedanke, sie könnten von einem Unglück heimgesucht werden, völlig unfassbar erschien. Einige Mönche erbarmten sich dann doch meiner, schnappten sich Kübel mit Wasser und liefen in die Bibliothek. […]

    Ich fragte mich bang, wo William sein mochte, und fürchtete schon, er läge womöglich bewusstlos in der Bibliothek, nach langer suche fand ich ihn jedoch in der Nähe des Kreuzgangs. […] In diesem Augenblick brach das Dach der Bibliothek mit gewaltigem Krachen zusammen und ließ eine mächtige Funkenwolke zum Himmel aufsteigen. Ein Haufen verwirrter Schafe und Ziegen rannten an uns vorbei. „Zuviel Durcheinander hier“, sagte William. „Non in commotione, non in commotione Dominus“