Napoleon Buonaparte
In Korsika geboren, in Sankt Helena gestorben: Wissen-Kompakt präsentiert in gewohnt kompakter Form das Leben eines Mannes, der ganz Europa in Aufruhe versetzt hat.
Napoleon Buonaparte (später: Bonaparte) wurde am 15. August 1769 auf der Insel Korsika geboren, die seit 1768 unter französischer Herrschaft stand. Sein Vater Carlo Maria Bonaparte, der dem korsischen Kleinadel angehörte, achtete auf eine französische Erziehung und schickte Napoleon in Militärschulen in Brienne und Paris.
In Paris erhielt er das Offizierspatent und trat in das Regiment La Fère ein. Dort verdiente er ab 1786 sein Geld als Leutnant.
Die Französische Revolution war Napoleon genehm, auch wenn er sie nicht direkt nutzen konnte, um politisch aufgestuft zu werden. Er verfolgte daher seine militärische Laufbahn. Nachdem er die Stadt Toulon für Frankeich erobern konnte, an der Niederschlagung des royalistischen Aufstände in Paris beteiligt war und Oberbefehlshaber der Italienarmee wurde, hatte er sich großen Respekt und Ansehen verschafft. Das reichte Napoleon aber noch nicht: Er bangte um seinen Ruhm und drängte darauf, neue militärische Kommandos zu erhalten. Das Direktorium verwies auf eine Invasion Englands, verwarf den Plan allerdings wieder und gab Napoleon den Befehl zur Eroberung Ägyptens.
Das Land wurde schnell erobert, Napoleon gründete dort auch das Institut d’Égypte das verschiedene Expeditionen durchführte und unter anderem den Stein von Rosette fand, mit dem die ägyptischen Hieroglyphen entziffert werden konnten. Inzwischen herrschte das Direktorium in Paris mit Strenge. Korruption und Hinrichtung war an der Tagesordnung, die Bevölkerung verlor mehr und mehr das Vertrauen in ihre Regierung. Daher wurde Napoleon bei seiner Rückkehr aus Ägypten auch wie ein Volksheld gefeiert. Nun fühlte er sich stark genug für einen Staatsstreich: Mit seinen loyalen Truppen vertrieb er die Abgeordneten und wurde 1799 zum ersten Konsul der französischen Republik gewählt.

Nach diesem Militärputsch sicherte sich Napoleon seine Herrschaft durch eine neue Verfassung und eine Volksabstimmung ab. Nachdem er 1802 Konsul auf Lebenszeit wurde, strebte er den Titel eines Kaisers an bis er sich schließlich 1804 selbst zum „Kaiser der Franzosen“ krönte.
Napoleon blieb außenpolitisch alles andere als untätig, konzentrierte sich jedoch weiter darauf, eine schlagkräftige Armee aufzubauen, sich mit der Kirche zu versöhnen (Konkordat) und den Code Napoleon einzuführen der bis heute die Grundlage des französischen Zivilrechts bildet.
Die übrigen Länder Europas sahen die Krönung Napoleons zum Kaiser durchgehend negativ. Zar Alexander der I schloss 1805 mit Großbritannien ein Bündnis dem sich Österreich, Neapel und Schweden anschlossen. Ziel war es, die Ausbreitung Frankreichs zu stoppen. Bayern, Württemberg und Baden traten auf die Seite von Napoleon. Dieser startete sofort einen Krieg gegen Österreich und besiegte hintereinander Österreich und Russland in der Dreikaiserschlacht in Austerlitz. Österreich musste harte Abgaben an Napoleon entrichten, danach widmete sich dieser Preußen: 1806 wurde fast die Hälfte von Preußen erobert, ein Teil schloss sich ohne Widerstand Napoleon an.
Großbritannien war dem französischen König aber immer noch ein Dorn im Auge. Da Napoleon eine Seeschlacht für undurchführbar hielt, verkündete er die „Kontinentalsperre“ die jeglichen Handelsverkehr mit England verbot.
Großbritannien traf die Sperre hart, Arbeitslosigkeit und Nahrungsmangel waren die Folge. Trotzdem blieb das Land stark und schuf sich in Überseegebieten neue Märkte. So überstand Großbritannien die Herrschaft Napoleons ohne nachhaltige Schwierigkeiten.
1809 versuchte Österreich, der Hegemonialpolitik von Napoleon ein Ende zu bereiten. Napoleon reagierte sofort auf die Kriegserklärung und marschierte in Wien ein. Dort wurden die Franzosen zwar geschlagen, in Deutsch-Wagram schaffte Napoleon dann doch die Wende. Österreich musste neuerlich kapitulieren und verlor Salzburg.
1810 weigerte sich Zar Alexander I die Kontinentalsperre gegen England aufrecht zu halten, die Wirtschaft Russlands war ohnehin geschädigt. Napoleon reagiert wieder sofort und marschierte in Russland ein. Er zog ein Heer von 600.000 Mann auf und eroberte nach und nach Teile von Russlands. Die russische Bevölkerung aber zog sich zurück und hinterließ weder Nahrung noch andere Gegenstände sodass die Versorgung für Napoleons Truppen schwerer wurde. Als dann noch der harte russische Winter einbrach, rief Napoleon 1822 zum Rückzug. Da Napoleon einen Umsturz in Paris befürchtete ließ er seine schon stark dezimierten Truppen im Stich und kehrte alleine nach Frankreich zurück.
Diese gravierende Niederlage ließ in den Widerstandsländern neue Hoffnung aufflammen. Eine Koalition zwischen Preußen, Russland, Österreich, England und Schweden besiegelte in der Völkerschlacht 1813 endgültig das Schicksal von Napoleon. Er musste abdanken und in Verbannung auf die Insel Elba gehen. Nun sollte ein allgemeiner Friedenskongress Europa neu ordnen.
Während 1814 der Wiener Kongress tagte, kam die Nachricht, Napoleon hätte Elba verlassen und sein in Frankreich wieder zum Kaiser gekrönt worden. Nun handelten die Alliierten sofort: Sie mobilisierten Truppen und schlugen Napoleon bei Waterloo überraschend klar. Napoleon ergab sich und wurde 1815 auf die Insel Sankt Helena gebracht. Das Leben des 1,70 Meter großen Mannes endete dort glanzlos 6 Jahre später. 1840 wurden seine sterblichen Überreste in den Invalidendom nach Paris gebracht wo sie sich bis heute befinden.
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