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Erich Hackl - Abschied von Sidonie

Das Buch „Abschied von Sidonie“ wurde 1989 von dem am 25. September 1954 in Oberösterreich geborenen Autor Erich Hackl verfasst. Hackl besuchte das Gymnasium in Steyr und studierte anschließend Germanistik in Salzburg. Er arbeitete an verschiedenen Universitäten, darunter die Uni in Madrid oder Wien, bis er sich schließlich ganz seiner Tätigkeit als Schriftsteller widmete.

Bei seinem Werk handelt es sich um Österreichische Gegenwartsliteratur, das als Erzählung um ein kleines Zigeunermädchen, dass von einer Familie adoptiert wird und später ins KZ Auschwitz gebracht wird, verfasst ist. Die Geschichte spielt zurzeit des Zweiten Weltkriegs wobei alles auf Tatsachen beruht, die Hackl sorgfältig recherchiert hat. Außerdem wurde das Buch 1990, mit Karin Brandauer als Regisseurin, verfilmt.

Der Inhalt:
Die kleine Sidonie Adelsburg wird auf der Straße nach Altheim geboren und von der Mutter vor einem Krankenhaus ausgesetzt. Da sie an der „englischen Krankheit“ leidet, erhält sie dort die nötige Behandlung und wird anschließend ins Jugendamt gebracht. Eine junge Frau namens Josefa Breirather (geb. Degenfeller) nimmt sich ihrer an und kümmert sich um sie, da man immer noch dabei ist, nach Sidonies Mutter zu suchen. Ihr Mann Hans, Sozialdemokrat und aktives Mitglied des Schutzbundes, nimmt Sidonie ebenfalls wie ein eigenes Kind an. Auch der leibliche Sohn Manfred sieht in der dunkelhäutigen Sidonie seine Schwester. Währenddessen tritt Kanzler Dollfuß an die Macht und verbietet die Sozialdemokratische Partei. In Folge des niedergeschlagenen Februaraufstands 1934 wird Hans zu achtzehn Monaten Haft verurteilt. Seine Frau wird von Schule und Kirche schikaniert, schließlich nötigt die Kirche Hans und Josefa die kirchliche Trauung nachzuholen, da diese nur standesamtlich geheiratet hatten.

Sidi, wie sie in der Familie liebevoll genannt wird, wächst wie Hilde, das zweite Pflegekind der Familie Breirather, wie ein ganz normales leibliches Kind auf. Nach dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht im Jahre 1938 nimmt die Gefährdung Sidonies zu. Hans Breirather erkennt die Gefahr die von den Nationalsozialisten ausgeht und leistet aus tiefer Überzeugung im Untergrund aktiven Widerstand gegen die Kriegsgefahr. Nachdem sich der Ort immer mehr den Zielen der NSDAP zuwendet, wird auch Sidonie häufig Opfer von rassistischen Beschimpfungen. Im Jahre 1942 wird Sidi mit Hilfe von Frau Hinteregger gefirmt und erhält als Geschenk eine Puppe, die ab sofort ihr liebstes Spielzeug wird.

Das Jugendamt hatte ihre Nachforschungen intensiviert und Sidonies Eltern ausfindig gemacht. Nachdem die Amtsleiterin, Frau Korn Nachforschungen bei Schule und Ämtern über Sidonie durchgeführt hatte, fällt der Entschluss, Sidi den leiblichen Eltern zu übergeben. Für die Familie Breirather bedeutet dies eine Katastrophe, hatten sie doch Sidi schon fest ins Herz geschlossen.

Nach einem gefühlsbetonten Abschied wird zuerst zu ihrer Mutter Maria Berger (Adelsburg) gebracht, die zuvor in ein „Zigeunerlager kaserniert worden sind. Bald jedoch wurde Sidi und mit ihr andere Roma und Sinti ins KZ Auschwitz deportiert. Hans Breirather der nach dem Krieg Bürgermeister des Ortes wurde, erfährt 1947, durch Erkundigung nach Sidi, dass sie in Auschwitz an Flecktyphus gestorben sei. Familie Breirather versucht daraufhin eine Gedenktafel aufstellen zu lassen, die an die Ereignisse erinnert, scheitert aber. Auch Manfred Breirathers Bemühungen, das Schweigen um Sidonie zu brechen, bleiben ohne Erfolg. Dem Kommunisten Manfred schlägt offene Ablehnung entgegen. Josefa Breirather überwindet den Verlust Sidonies zeitlebens nicht. 1989 stirbt sie und wird sie neben ihrem Mann in Steyr beigesetzt.
Nachsatz: Erich Hackel erfuhr im Jahre 1988 in einem Treffen mit Joschi Adelsburg, Sidonies leiblichem Bruder, wie Sidonie in Auschwitz starb: Sie verlor ihren Lebenswillen, aß nichts mehr, rief ständig nach ihren Zieheltern. Sie starb an Entkräftung infolge ihres großen Leids.