Der Orden der Tempelritter
Sie waren die stärkste christliche Armee in der Geschichte der Kirche. Und sie waren der erste Orden, der außerordentliche Privilegien besaß. Wissen-Kompakt über den Aufstieg und den Fall der Templer und die heikle Frage, ob sie heute noch existieren.
Papst Urban II wusste auf dem Konzil von Clermont (1095) was er zu tun hatte: Die abendländische Christenheit musste die Heiligen Stätte, die sich in islamischer Herrschaft befanden um jeden Preis zurückerobern. Er rief dazu auf, den christlichen Glauben zu verteidigen und zu verbreiten. Zu diesem Zweck sollten tausende Elitekrieger ausgebildet und neue Orden gegründet werden.
Der Ruf des Papstes wurde befolgt, bereits wenige Monate später zogen unzählige Gläubige und Krieger in das Heilige Land. Im Sommer 1099 wurde das grundlegende Ziel erreicht: Jerusalem wurde erobert.
Nun ging es daran, die Routen der Pilgernden und die ansässige Bevölkerung zu schützen. Eine Polizei existierte nicht, also sahen es Graf Hugo de Payens und acht weitere Kreuzritter als ihre Pflicht an, eine Vereinigung zum Schutz der Bürger zu gründen. Diese Vereinigung sollte später noch als Templerorden international bekannt werden. Das genaue Gründungsdatum des Ordens ist nicht bekannt, es müsste sich um das Jahr 1118 oder 1119 gehandelt haben, andere Quellen sprechen von 1121 n. Chr. aufgrund anderer Zeitrechnungen.

Inzwischen war Balduin II neuer König von Jerusalem geworden. Dieser übergab dem Orden einen Palast, der direkt über dem alten Tempel des König Salomon erbaut worden sein soll. Ab diesem Zeitpunkt nannte sich der Orden nicht mehr die „Armen Ritter Christi“ sondern Templer.
Wenige Jahre später reiste Hugo de Payens zurück nach Europa, um für den neuen Orden zu werben und den Papst um die offizielle Anerkennung der Vereinigung zu bitte, was 1129 auch geschah. In diesen Jahren wurde auch das Regelwerk der Templer verfasst, das vorsah, dass die Ritter sowohl das Gebet und das Kreuz ehren und schützen mögen, als auch ihren Glauben mit dem Schwert zu verteidigen. Scheinbar dürften sich außerordentlich viele Mitglieder gefunden haben, denn schon bald verlieh Papst Innozenz den Templern diverse Privilegien wie Steuerfreiheit oder das Recht, selbst Geld einzutreiben, was die Templer später mit der Gründung einer eigenen Bank auch taten. Womöglich hatte der Papst das Potential der Templeritter erkannt und wollte es sich nicht mit dem Großmeister (dem Anführer des Ordens) verscherzen.
Der Orden wuchs und wuchs und gewann immer mehr Einfluss und Macht. An seinem Höhepunkt soll er 30.000 Personen umfasst haben, das Vermögen konnte nie beziffert werden.
1292 wurde der letzte offizielle Großmeister der Templer bestimmt: Jacques de Molay. Unter seiner Herrschaft wurden die Besitzungen der Tempelritter und das Vermögen weiter ausgebaut. Doch aufgrund seiner Größe wurde die Vereinigung immer schwerer zu kontrollieren.
Philipp IV., König von Frankreich erkannte bald, welche Macht die Templer hatten und welchen Einfluss sie auf den Papst und die Politik in Europa ausübten. Möglicherweise war auch der Neid ein Motiv für sein hoch gestecktes Ziel, den Orden der Tempelritter zu zerstören. Auch der Papst erkannte, dass ihm die Gemeinschaft über den Kopf gewachsen war und sicherte dem französischen König seine Hilfe bei der Zerschlagung zu.
Am Freitag, den 13. Oktober 1307 wurden schließlich sämtliche Tempelritter in Frankreich verhaftet und angeklagt. Die Aktion war bis zuletzt geheim, die Templer wurden scheinbar ganz unvorbereitet getroffen und ließen sich widerstandlos festnehmen. Einige können fliehen, ein Faktum, das später das mysteriöse Weiterleben des Ordens erklären könnte.
Auch Jacques de Molay ließ sich festnehmen und wurde auf dem Scheiterhaufen als Ketzer verbrannt.
1312 wurde der Orden der Tempelritter als aufgelöst deklariert, das gefundene Vermögen ging an den Johanniterorden. Doch was passierte mit jenen Templern, die fliehen konnten? Da Europa für sie verloren schien, könnten sie in andere Kontinente ausgewandert sein um dort eine neue Ära einzuleiten. Mehr dazu auf den "Mystery-Seiten". Klicken Sie dazu hier.
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