Das Märchen
Märchen zeichnen sich durch folgende Punkte aus:
Frei erfunden
Formelhafter Satzanfang (Es war einmal…)
Formelhaftes Ende (Und wenn sie nicht gestorben sind…)
Ungenaue Zeit und Ortangaben (Einst lebten hinter den sieben Bergen…)
Ursprünglich nicht für Kinder gedacht, Märchen sollten aber (besonders für Kinder) gut verständlich sein
Einfache verständliche Handlung
Reime oder immer wieder kehrende Phrasen
Verwendung von „magischen Zahlen“ (3, 7, 13)
Fabelwesen (Feen, Drache, Riesen, Hexen, Zauberer…)
Wiederholungen (Vor langer, langer Zeit...)
Geschlossene Form
Die Legende
Meist schriftlich überliefert
Erzählt Lebensgeschichte eines Märtyrers oder Heiligen
Am Jahrestag eines Heiligen oft in Kirchen vorgelesen
Historische Entwicklung:
Tritt mit der Entstehung des Christentums auf -- dient als Festigung des
Glaubens – Martin Luther: Zurzeit der Reformation war Legende unbedeutend. In der Gegenreformation wurde sie wieder bedeutender. Barock: Große Bedeutung; Aufklärung: Bedeutung nimmt ab; Goethe weckt wieder das Interesse ; 19-20 Jhd.: Legende findet Einzug in der Oper --- Richard Strauss ----- Die Legende gibt es weltweit!
Die Novelle
Allgemeines:
In der Literatur bezeichnet man als Novelle eine kürzere Erzählung, meist in Prosaform, die durch prägnante Struktur und einen strengen Aufbau gekennzeichnet ist.
Da sich inzwischen viele Formen der Novelle herausgebildet haben, enthält sie viele verschiede Formelelemente und lässt sich somit nicht immer detailliert definieren
Merkmale der Novelle:
Oft wird in Novellen über unerwartete oder skurrile Ereignisse eines Menschen geschrieben der dadurch in schwierige Lagen gerät. Im Mittelpunkt steht dabei häufig ein zentraler Konflikt. Charakteristisch für Novellen ist auch ein “Dingsymbol” oder ein Leitmotiv (wie z.B. ein Falke). Mit oder an diesem Symbol nimmt die Novelle häufig eine Wendung.
Außerdem haben Novellensammlungen oftmals einen Rahmen
Geschichtlicher Hintergrund:
Der Begriff Novelle stammt aus dem Italienischen (vom lateinischen novus= neu; italienisch= Neuigkeit)
Anfänge der literarischen Novelle sind Biographien der altprovenzalischen Troubadoure aus dem 13. Jahrhundert.
Die Sage
Eine Sage ist eine volkstümliche Erzählung und zeichnet sich dadurch aus, dass sie wahre Elemente enthält, die mit unwahren gemischt werden. Wahre Elemente: Orte (Teufelsmauer), Personen (Etzel = Attila) und unwahre Phänomene (Drache, Lindwurm). Homers "Ilias" zählt zu den bekanntesten Sagen.
Die Parabel
Das Wort "Parabel" stammt aus der altgriechischen Sprache und bedeutet so viel wie: Nebeneinanderwerfen. Spricht man von einer Parabel, so meint man eine Gleichniserzählung. Es geht darum, eine moralische oder hohe Idee durch eindeutige Vergleiche zu veranschaulichen. Viele Gleichnisse finden sich in der Bibel oder auch in G. E. Lessings Werk "Nathan der Weise" die Parabel von den drei Ringen. (Info Ringparabel: Mit der Ringparabel beantwortet Nathan dem Sultan die Frage nach der wahren Religion. Nathan erzählt die Geschichte eines Ringes, der von Generation zu Generation weiter gegeben wird und dem Träger Anerkennung verleiht. Ein Vater, der seine drei Söhne gleich viel liebte lässt den Ring vervielfältigen worauf ein Streit unter den Söhnen ausbricht, wer den nun den richtigen Ring habe. Ein Richter klärt die Situation und meint, die Echtheit des Ringes sollten sie durch ihr sittliches Verhalten beweisen. Da sich keiner der Söhne "sittlich" verhält, meint der Richter, sie sollten den Streit beilegen und auf die nächste Generation warten.)
Die Fabel
Die Fabel ist eine epische Kurzform in der Tiere menschliche Eigenschaften annehmen. Meistens bekommen bestimmte Tiere bestimmte Eigenschaften zugeschrieben (Fuchs=schlau, Eule=weise) und am Ende steht eine Moral. Fabeln wurden früher häufig dazu verwendet, versteckt Kritik an Herrschern zu üben.Eine kurze Fabel: Eine alte Eule, die nur mehr kurze Zeit zu leben hatte wollte ihren Besitz gerecht unter den Waldbewohnern aufteilen. Darum schickte sie eine Nachricht aus, dass jene 2 Tiere ihr wertvollstes Hab und Gut übernehmen würden, die als erstes bei ihr eintreffen würden. Schon bald trottete ein junger Fuchs daher, gefolgt von einem Raben. Die Eule musterte beide und sprach: „Hört, ich vermag euch mein Gut zu geben, wenn ihr es auch gut hütet.“ Mit diesen Worten zog Sie ein silbernen Löffel hervor, den sie von einer Elster geschenkt bekommen hatte. Der Rabe stürzte sich mit einem Satz auf den Löffel, nahm ihn gierig ins Maul und flog, mit der Meinung, das bessere Gut erhalten zu haben davon. Der Fuchs aber wartete seelenruhig darauf, was er als Erbstück bekommen würde. Die Eule zog wiederum einen Löffel hervor, dieser war jedoch aus Gold. Der Fuchs bedankte sich und Schritt in gemütlichem Tempo davon.
Die Satire
Die Satire ist eine literarische Gattung, die durch Spott und Ironie bestimmte Personen oder Ereignisse kritisieren oder lächerlich machen will. Ihre Ursprünge gehen bis in die griechische und römische Antike zurück; im Mittelalter wurde sie eingesetzt, um die Ständerivalitäten (z.B.: zwischen Arm und Reich) auf's Korn zu nehmen. Während der Renaissance entstand die so genannte "Narrensatire" wobei sich die Autoren mit den menschlichen Fehlern auseinandersetzten und diese ironisch kritisierten. Eine der bekanntesten Satiren ist "Don Quijote" von Miguel Cervantes.
Die Kurzgeschichte
Merkmale:
direkter Einstieg
offener Schluss
kurze Erzählungen ("einen Haarschnitt lang")
wenige Personen und Schauplätze
einfacher Aufbau
ein Ausschnitt aus dem Leben eines Menschen
Entwicklung:
Die Kurzgeschichte entwickelte sich aus der amerikanischen Short Story. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie auch in Europa berühmt.
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