Welt ohne Menschen
Ein abenteuerliches Gedankenexperiment: Was würde passieren, wenn alle Menschen von einer Sekunde auf die andere verschwinden, nur unser Nachlass bleibt? Der Amerikaner Alan Weismann, Dozent an der Universität in Arizona hat jahrelang darüber nachgedacht und ein Buch mit dem Titel „Die Welt ohne uns“ veröffentlicht.
Weisman besuchte Gebiete, die von Menschen bebaut und dann verlassen wurden und beobachtete die Veränderung. So auch zwischen Polen und Weißrussland. Dort liegen Dörfer, die in nur 10 Jahren ohne Menschen nicht mehr als solche erkannt werden können. Weisman erklärt, dass wir auch direkt vor der Haustür erfahren können, wie es aussieht, wenn sich die Natur ihr Gebiet zurückholt: Werden Gebäude, Mauern oder Wege längere Zeit nicht genutzt, besiedeln Pflanzen diese Flächen. Kurz danach ziehen auch Tiere wir Marder, Eichhörnchen oder Vögel ein. Großstädte die in Küstennähe oder an großen Flüssen liegen würden bald fortgeschwemmt werden. Kurios: New York wäre binnen 2 Tage überschwemmt da die veralteten Wasserrohre schon heute täglich abgedichtet werden müssen. Zwischen 50 und 500 Jahren würde ein Wohnhaus oder ein Wolkenkratzer je nach Qualität und ohne Restaurierung halten ehe er zusammenstürzen würde (siehe Grafik).

Auch wenn die keine Menschen mehr auf der Erde leben würden, ihre Hinterlassenschaften könnten noch tausende Jahre bestehen bleiben. Plastik und Chemikalien würden irgendwann zerfallen, Radiowellen würden quasi ewig von Stern zu Stern durch das Weltall schwingen. Auch Kunstwerke aus haltbaren Metallen wie Bronze oder Gold oder Ton und Porzellan werden ewig halten.
Und was würde aus den Tieren werden? Laut Weisman wäre vor allem das Gnu der große Gewinner. Seine Begründung: Gnus konkurrieren mit den gezüchteten Rindern der Menschen um Weideland. Und ohne Menschen keine Rinderzucht. Auch Vögel und Insekten die durch künstliche Lichtquellen oder Hochspannungsleitungen sterben würden sich stärker vermehren.
Auf Menschen angewiesene Tiere schreibt Weisman natürlich schlechte Chancen zu. Ratten, die sich von Abfällen der Menschen ernähren, Kakerlaken, Haushühner oder Kopfläuse haben sich schon so an den Menschen gewöhnt, dass sie vermutlich zu Grunde gehen würden. Nur Hauskatzen könnten auch ohne den Menschen zurechtkommen.
Diese Grafik (Bild unten) zeigt eine ungefähre Zeitlinie mit gewissen Ereignissen. Dabei muss natürlich bedacht werden, dass darin keine großen Naturkatastrophen (z.B.: Meteoriteneinschläge, Waldbrände, …) mit einberechnet sind. Die Jahreszahlen beziehen sich auf die Zeit nach dem Verschwinden der Menschen.
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