Die Wikinger
Allgemein Die Bezeichnung „Wikinger“ leitet sich höchstwahrscheinlich vom altnordischen „víkingr“ ab was so viel bedeutet wie „Auf Reise (oder Beutezug) sein“. Möglicherweise entstand das Wort auch durch das lateinische Wort „vicus“ (Handelsplatz). Der Begriff bezeichnet heute jenen Menschen, die im 9-11 Jhd. vor allem Nordeuropa (Schweden, Norwegen, Dänemark) bewohnten und langfristig mit anderen Kulturen und Ländern Handel trieben. Durch ihre transkulturellen Aktivitäten bekamen sie von diversen Nationen verschiedene Namen zugewiesen. Die Byzanter und allgemein die slawischen Völker nannten die Wikinger oft „Waräger“ oder „Rus“. Im Westen und Sizilien waren sie auch als „Normannen“ bekannt wobei heute der Begriff „Normannen“ nicht speziell als Synonym für die Wikinger genannt wird sondern als Oberbegriff für skandinavische Völker. Generell muss man mit schriftlichen Dokumenten aus der damaligen Zeit sehr vorsichtig umgehen da diese sehr oft von Mönchen verfasst und alles andere als objektiv geschrieben wurden.
Kultur und Gründe der Expansion
Die ursprüngliche Heimat der Wikinger war Skandinavien. Die Bewohner siedelten sich vor allem an Fjords (Meeresarme) an und lebten von der Landwirtschaft, wobei sie auch Tiere wie Schweine und Ochsen züchteten. Größere Städte gab es kaum, der Großteil der Bevölkerung lebte in kleinen Siedlungen in so genannten „Langhäusern“. Diese waren, je nach Ansehen der Familie, unterschiedlich lang und groß und bestanden vollständig aus Holz.
Was genau die Menschen bewogen hat, sich über ihr nordeuropäisches Ursprungsgebiet hinaus auszubreiten, kann nur vermutet werden. Vielleicht war es der Wunsch, kulturell und wirtschaftlich zu expandieren oder neue Gebiete erobern zu können um geeigneten Lebensraum und gute Lebensbedingungen für die Bevölkerung zu schaffen. Voraussetzung für diese Ausbreitung waren natürlich geeignete Transportmittel: Schiffe
Wikingerschiffe
Die zwei bekanntesten Formen der Wikingerschiffe waren die Langschiffe und die Lastschiffe (Knorr). Beide Schiffstypen waren mit Segeln und Rudern oder nur Rudern ausgestattet, nie aber mit Segel allein. Langschiffe wurden als Kriegsschiffe verwendet, boten etwa 40 bis 80 Mann Platz und waren meist höher gebaut als die damaligen Schiffe der europäischen Völker, um das Entern zu erleichtern. Die Knorr war breiter und tragfähiger als das Langschiff, bot der Besatzung an Bord aber kaum Schutz vor Angreifern. Es wurde zum Handel ebenso eingesetzt wie für den Krieg, besondere Bedeutung erlangte der Schiffstyp aber durch die hohe Belastbarkeit und die Tatsache, dass viele Entdeckungsfahrten der Wikinger mit einer Knorr absolviert wurden.
Waffen und Eroberungen der Wikinger
Speere, lange Messer (Sax) oder kleinere Äxte zählten zu den am häufigsten verwendeten Waffen und Werkzeugen der Wikinger. Schwerter wurden nur selten eingesetzt, sie waren Königen oder Gruppenführern vorbehalten. Die Eroberungszüge der Wikinger führten sie zuerst nach England und Irland, später besetzten sie diverse Küstenstädte in Frankreich, Spanien und an der Ostseeküste. Ihre dominierende Haltung nutzten sie später aus um Kolonien zu bilden und intensiv Handel mit anderen Reichen zu treiben.
Götter und Mythologie
Die Wikinger pflegten einen ausgeprägten Vielgötterglauben. Oberster Gott war Odin, der als alt und weise beschrieben wurde. Thor (auch: Donar), ein Sohn des Odin war der Gott des Krieges und er trug als Kennzeichen einen schweren Hammer. Odins Gattin Freyja war die Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Loki galt als der Gott, der der Zauberei mächtig war aber aufgrund seiner Hinterhältigkeit von den anderen Göttern gemieden wurde. All diese Götter gehören dem Geschlecht der Asen an und wenn ihre Herrschaft z.B. durch die Jötun beendet werden würde, würde die „Götterdämmerung“ einbrechen (=Ende der Welt).
Weiterführende Informationen:
FILM: Kurzdoku über die Wikinger [Download]
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